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Selbstversorger im Heiligen Land
Donnerstag, 27. August 2009 um 13:26 Uhr

Kaufen, Genießen, Wegschmeißen

Einkaufsregal im Westen

Im Westen leben wir auf einem sehr hohen Standard. Wir verbrauchen mehr Rohstoffe und Energie, als die Erde produzieren kann und die Werbung suggeriert uns, immer mehr Dinge zu kaufen, die wir eigentlich gar nicht brauchen.

Auf der anderen Seite, sind die Menschen nicht wirklich zufrieden. Kinder wissen nicht mehr wo die Milch herkommt und die Suche nach einem tieferen Sinn ist von trivialen Fernsehsendungen abgelöst worden. "Denke global und handle lokal" sollte unser Motto sein - uns globaler Zusammenhänge bewusst zu werden und auf einer praktischen Ebene, innerhalb unseres Einflussvermögens zu handeln. Aber die meisten Menschen scheinen eher umgekehrt zu leben! "Denke lokal und handle global" - viele denken so sehr lokal, dass sie nichts außer sich selbst sehen und auf der anderen Seite, hat jeder seine eigene Webseite, seinen eigenen Blog usw. In einer Zeit wie dieser gibt es dennoch immer mehr Leute, die nicht mehr einen Weg der Selbst- und Umweltzerstörung gehen wollen. Einer von ihnen ist Giridhari Prabhu. Ursprünglich aus Amerika wohnt er jetzt in Vrindavan - einer kleinen Stadt in Indien für die Einen, der heiligste Ort Indiens für die Anderen. 

Puri Mayapur Indienreise

 


 

 

Lehm, Wasser und Stroh

Haus in Vrindavana

Im letzten Jahr hat er aus Lehm und Stroh ein Haus gebaut - auf sehr einfache Art und Weise. Er meint, er hatte eigentlich keine Ahnung wie man das macht. Er hat nur ein paar Bücher gelesen und den starken Wunsch gehabt natürlich zu leben. Während der Arbeit singen sie viel und haben Freude. Einige Einheimische helfen ihm und sind fasziniert von der Vision des Westlers. Giri sagt: „Wir haben jetzt ein Haus, das aus heiliger Erde, Yamuna-Wasser und Stroh aus Vrindavan besteht.“ Er meint, dieses Haus sieht nicht nur gut aus, sondern es fühlt sich auch gut an - das kann man mit künstlichen Materialien nicht erreichen.

 

 

„Wir haben jetzt ein Haus, das aus heiliger Erde, Yamuna-Wasser und Stroh aus Vrindavan besteht.“

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Laut Ayurveda sollte man nichts essen, was von außerhalb eines Umkreises von 18 km vom Wohnort kommt. Dann wird man nicht krank.
 
Wir kochen nur noch mit Holz und Kuhdung. Das gibt das beste Feuer zum Kochen und ist sehr gesund.“ Das Gemüse kommt aus dem eigenen Garten und nur das Getreide kaufen sie von einem lokalen Bauern.

 

Giridhari lebt inzwischen von 160 Euro im Monat und ist mehr als glücklich. „Das ist was Prabhupada eigentlich wollte, als er von ‚Einfach leben, hoch denken.’ gesprochen hat”, sagt er, „und wir versuchen einfach das wirklich zu leben. Manchmal sitzen wir zusammen an der Yamuna und lachen uns halb kaputt. Wir wissen auch nicht warum!“

 

Sie haben sogar zwei Lüfter aus einem alten Computer als Ventilatoren in den Altar eingebaut!Zentrum des Haushalts ist der wunderschön geschmückte Altar mit Govardhan shilas. Um sie dreht sich alles bei Giri und seiner Frau. Alle Speisen werden zuerst auf dem Altar geopfert. Sie haben sogar zwei Lüfter aus einem alten Computer als Ventilatoren in den Altar eingebaut! Nicht schlecht! 

 

 

Die Toilette ist eine Komposttoilette, die nach 5 Jahren nahrhaften Humus produziert. Nichts wird hier verschwendet. 4 Kühe gehören auch mit zum Haushalt. Manchmal läuft ein Kälbchen quer durch das Zimmer, aber keiner ist gestört. Die Kühe, die in Indien wie eine Mutter angesehen werden, weil sie Milch geben wie eine Mutter, werden hier nicht geschlachtet. Aber sie sind nahezu unentbehrlich, denn sie geben Milch, Brennmaterial, dienen als Rasenmäher und der Bulle, vor einen Karren gespannt, hilft beim Transportieren.

 

 

 

 Keine Lust mehr auf den Westen

„Seit wir das Haus haben kommen täglich Leute und besuchen uns, wollen das Haus sehen und oft geben sie Spenden, weil sie das so gut finden was wir machen.“

In Giris HausGiri sagt: „Seit wir das Haus haben kommen täglich Leute und besuchen uns, wollen das Haus sehen und oft geben sie Spenden, weil sie das so gut finden was wir machen.“

 

 

“Ich hab keine Lust mehr in den Westen zu gehen und dort Geld zu verdienen. Alles ist dort so materialistisch und das ganze Bewusstsein wird davon beeinflusst. Wir lernen jetzt einfach, ein wenig von unserem Lebensstandard herunter zu schrauben. Wenn wir keine Schokolade mehr essen und solche Dinge, dann ist es für uns möglich hier zu leben, ohne in den Westen gehen zu müssen.“

 

 

Die Kühe, die in Indien wie eine Mutter angesehen werden, weil sie Milch geben wie eine Mutter, werden hier nicht geschlachtet.

Ich war sehr fasziniert von dem Besuch. Schon lange haben wir den Wunsch in Leipzig ein ähnliches Projekt anzugehen und solche Erlebnisse steigern den Wunsch danach.   (Sadbhuja das)

 

 

 

 

 

 

 

Urheberhinweis: Bild des Kälbchens mit frdl. Genehmigung von O. Kligman

(http://www.flickr.com/photos/13064892@N07/1355746817/)

 
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