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Palmblätter und kein Ende
Donnerstag, 22. März 2007 um 00:00 Uhr

 

Südindien - Ruhig und Traditionell

Ozeanasblick in Indien

Baden im Ozean bei 30 Crad und das im Januar! Ich war froh, mal abschalten zu können vom hektischen Deutschland. Nach 48 Stunden Reisen per Flugzeug von Deutschland und Zug quer durch Indien war ich dieses Jahr das erste Mal in Südindien. Die Devotees vom ISKCON Tempel in Madras haben mich gleich freundlich aufgenommen und nach einem Tag war ich Teil der “ Familie”. Der Tempel ist 15 min Fussweg zum Meer und sehr ruhig und einfach. Ich freue mich, einfach nur zu lesen und zu meditieren. Südindien hat das besondere Flair noch sehr traditionell zu sein.

Am 3. Tag mache ich mich auf um eine der berühmten Palmblattbibliotheken zu besuchen. Bis jetzt habe ich nicht so viel davon gehalten, nicht weil ich denke, dass die Palmblätter Humbug sind, es wird sich herraustellen, dass es nicht so ist, sondern eher weil ich dachte, egal was kommt, spirituelles Leben praktizieren ist auf jeden Fall die richige Wahl. Wie auch immer, dieses Mal hat die Neugier gesiegt...

{Palmblätterxtypo_rounded_right4}Wie kann er die Namen meiner Eltern kennen? Er hatte einige Schwierig-keiten die Namen auszusprechen, sieht bestimmt komisch aus in Alt-Tamil aber es war trotzdem ganz eindeutig.{/xtypo_rounded_right4}Einer der Tempeldevotees führt mich zur Bibliothek, er kennt sich aus und ich vertraue Ihm, denn es gibt auch hier natürlich viele Heuchler. Der Pandit fragt nach meinem Geburtsdatum und Namen. Dann kramt er einen Stapel Palmblätter herraus und liesst Eines nach dem Anderen vor. Er fragt immer ob es stimmt, was er vorließt und ich verneinebei jedem Blatt erneut. Schon langsam fing ich an dem zu zweifeln, was ich mir versprochen hatte. Doch plötzlich bei einem Blatt stimmt alles was er liest, er liest die Namen meiner Eltern, meinen spirituellen  Namen, was ich mache, welchen Wochentag ich geboren wurde und was mein Vater als Beruf macht. Ich war verblüfft!

Nun fragt er mich, was ich alles wissen will und ich gebe Ihm einige Stichpunkte. Er kramt wieder in seiner Bibliothek um nach 30 Minuten und nachdem er noch 2 anderen Besuchern geholfen hat mit einem ganzen Stapel von Pamblättern zurückzukommen. Nach ca. 3 Stunden Lesen der Schriften musste ich erstmal wieder in die Gegenwart zurückkommen. Ich habe erfahren was in meinem vorhergehenden Leben geschehen ist, wie meine Zukunft aussieht, mit so vielen Details und sogar wann ich diesen Körper verlassen werde, übrigens, Ihr müsst mich noch ne Weile ertragen!  

2 Tage dannach war ich immer noch gefesselt von all diesen Details und wie all dies so genau in das passt was bis jetzt in meinem Leben passiert ist. Es ist wie in einer höheren Ebene zu erwachen aber doch bleibt alles gleich. Ich bin inspiriert mich noch tiefer ins Meditieren und Lesen zu vertiefen.
 

 

Tiefe Wurzeln

Eingang in Sri Rangam Tempel

 
Ich lerne, dass in Indien so ziemlich alles vorher zu Gott dargebracht wird, bevor es benutzt wird, Kleider, Waschmaschine, Auto [...] sogar die Sateliten ...
 
Ich befinde mich auf dem Boden des größten Tempels Indiens inmitten heiliger Menschen, heiliger Atmosphäre, in einer anderen Welt, jenseits des oft so hektischen Indiens in einer Wolke von Spiritualität und Unendlichkeit. Doch plötzlich, was ist das, ein nagelneuer Traktor kommt um die Ecke, mitten im Tempelgelände, was hat das zu bedeuten? Ich bin verblüfft, niemand scheint gestört zu sein, alles geht seinen gewohnten Gang. Dann kommt ein Pujari, ein Priester aus dem Tempelgebäude und spricht mit dem Traktorfahrer. Ich frage einen der Pilgerer was das alles zu bedeuten hat und er erklärt in gebrochenem Englisch "Puja Puja, Offering!".

 

erster indischer Satelit

Es klickt - genau wie wir alles was wir Kochen und an Speisen zubereiten Krsna auf dem Altar darbringen um es segnen zu lassen und es von Karma zu befreien, so will auch dieser Bauer, seinen Traktor darbringen, bevor er Ihn benutzt. Ich lerne, dass in Indien so ziemlich alles vorher zu Gott dargebracht wird, bevor es benutzt wird, Kleider, Waschmaschine, Auto und ein Pilgerer erzählt mir sogar die indische Raumfahrtgesellschaft bevor sie die Sateliten ins All schießt, ja ob Ihrs glaubt oder nicht, kommt alles erst mal auf den Altar, nicht schlecht oder? Es zeigt wie tief verwurzelt die Spiritualität in Indien noch ist, obwohl oft augenscheinlich die westliche Kultur und Technik immer mehr Einzug erhalten. 

 
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