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Reiseberichte aus Indien (3)
Samstag, 05. September 2009 um 10:07 Uhr

 

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Krishna streikt niemals!

12. Feb. 09

 

Mayapur Morgens

Es war ein früher Morgen: Die Sonne war noch nicht aufgegangen und die Menschen, die in Indien etwas eher aufstehen als in Deutschland, waren langsam am Erwachen. Ich war bereit für eine 24stündige Zugfahrt nach Vrindavan - ungefähr 2000 km weiter westlich von Mayapur. Schon 2 Wochen vorher hatte ich mir ein Zugticket organisiert, denn es ist nahezu unmöglich, kurzfristig eines zu bekommen. Als ich an der Bootsanlegestelle ankam, war dort erstaunlich wenig los. Ich fragte, wann das nächste Boot geht und die Leute schauten nur auf den Boden und winkten ab.

 

 

Ganga Sonnenaufgang“Bangla ban, bangla ban.” Keine Ahnung, was das sollte. Ich überzeugte einen Bootsfahrer, mich, für das 10fache des normalen Preises, auf die andere Seite der Ganges zu bringen, da ich Angst hatte meinen Zug zu verpassen. Auf der anderen Seite angekommen, bot sich mir ebenfalls ein ungewohntes Bild: menschenleere Strassen – in Deutschland ganz normal, aber in Indien?

 

 

 

 

leere Straße

Ich fragte einen Cafébesitzer und er meinte: “Bangal ban.” Ich sagte: „O.k., das habe ich auch schon gehört. Aber was heißt das?“ „Streik“, sagte er. „Aha“, sagte ich und fand daraufhin heraus, dass die kommunistischen Parteien von West Bengalen kurzerhand beschlossen hatten, einen neuen Feiertag einzuführen. Na toll und das gerade heute!!! „Der Bus zum 2 Stunden entfernten Bahnhof geht dann auch nicht?“ „Nein“, bekam ich als Antwort. 

 

 

 

 

Indische Bahnschalter

O.k., was jetzt? Ich ließ mich, nach langer Überzeugungsarbeit, von einem Rikshawfahrer zum örtlichen Bahnhof bringen, wo regionale Züge abfuhren. Die indische Eisenbahn ist die größte Firma der Welt und beschäftigt etwa eine Million Angestellte. Und tatsächlich – der Schaffner sagte, dass die Züge fuhren. Er schaute in seinen Fahrplan und meinte, wenn ich den nächsten Lokalzug nehmen würde, käme ich, mit einmal Umsteigen, genau eine halbe Stunde nach der Abfahrt meines Zuges an. Na toll!! Ich fragte nach einem Taxi, aber nicht einmal die Taxifahrer, die sich sonst immer um jeden westlichen Menschen reißen, wollten mich zum gewünschten Ziel bringen. Ganz schön überzeugend, die Kommunisten, dachte ich mir! 

 

 

Indisce ZugpauseO.k., was gibt es für eine Wahl? Ich nahm einfach den Lokalzug, in der Hoffnung, dass mein Zug eine halbe Stunde Verspätung haben würde. Etwas, was in Indien durchaus realistisch ist. 

Der Zug fuhr eine halbe Stunde, um in einem kleinen Dorf stehen zu bleiben. Ich hörte auf die Lautsprecherdurchsage und zwischen all dem Bengali waren die Worte ”Bangla ban” zu hören. Ich dachte, oh no, nicht doch. Hat es sich der Lokführer jetzt anders überlegt?

 

Nun, was soll ich sagen? In den nächsten 5 Stunden lernte ich die Dorfbewohner und die Passagiere des Zuges ganz gut kennen. Sie wollten viel wissen von mir, wie ich zum Krishnabewusstsein gekommen bin und was mich daran überzeugt. In Indien sind die Menschen immer noch sehr interessiert an spirituellen Dingen. Nach 6 Stunden fuhr der Zug weiter und so kam ich dann abends um 6 Uhr in Kalkutta an, wo ich irgendwie versuchen wollte weiter zu kommen. Ich fand heraus, dass der Zug, den ich ursprünglich nehmen wollte, ausgefallen war, was dazu führte, dass jetzt noch mehr Leute als sonst mit den nächsten Zügen fahren wollten. Aussichtslos, da ein Ticket zu bekommen. Was nun? 

 

 

 

Bahnhof Kalkutta

Ich ging zum Bahnhofsleiter, in der Hoffnung auf ein Wunder oder so etwas. Und wirklich - dort saß ein sehr gepflegter, gut gekleideter Herr in seinem Büro und als ich die Tür hereinkam lächelte er und sagte: „Hare Krishna.” Nicht schlecht, dachte ich mir, das geht ja ganz gut los. Ich erklärte ihm meine Situation und er sagte: “Mach dir keine Sorgen. Ich regle das.” Er erzählte mir, dass er zu Hause auch Krishna verehrt und oft nach Vrindavan fährt und viel Respekt vor ISKCON und den westlichen Devotees hat. Anders als im Westen, ist ISKCON in Indien sehr hoch angesehen und viele einflussreiche Leute besuchen die Tempel der Hare Krishnas dort.

 

 

Indisches Bahnoffice

Ich ging mit ihm zum Hintereingang des Ticketschalters und innerhalb von 3 Minuten hatte ich ein Ticket in der Hand. Wer das indische Zugsystem kennt, weiß, dass dies an ein Wunder grenzt! Aber Krishna streikt eben niemals!!  

 

 

 

 

 

 

 

SadhuAuf der Zugfahrt lernte ich einen 60jährigen Mann kennen, dessen Vater ein Anhänger von Lord Chaitanya ist, den wir als Bildgestalt in Leipzig auf unserem Altar haben. Er erzählte mir viele Geschichten über seinen Vater. Später kam sein 80jähriger Bruder zu unserem, sehr belebenden, Gespräch hinzu. Beide waren sehr gut gekleidet und von sehr feinem Charakter. Der ältere Bruder war Professor an der Universität von Kalifornien gewesen, erfuhr ich. Ich hatte eine lange Diskussion mit ihm, denn er war in der Vergangenheit ein lebhafter Verfechter des Atheismus gewesen, realisierte jetzt aber mehr und mehr, dass sein Vater eigentlich sehr tiefe Verwirklichungen hatte.

 

 

Prabhupada in EcstasyIch lernte sehr viel über die Etikette, wie Inder miteinander umgehen und versuchte demütig zu sein, was einem Westler wie mir nicht immer so leicht fällt. Wie auch immer, ich hatte ein sehr tiefes und beeindruckendes Gespräch, welches mich fast denken ließ, dass Krishna da wieder einmal einen Plan hatte.

 

 

 



Sonne, Strand und Meer in Puri - Orissa

(4. Feb. '08)

 

Sadhu mit KindIch sitze schon seit 16 Stunden im Zug auf dem Weg nach Jagannath Puri. 20 Stunden liegen noch vor mir! Die Darmprobleme, welche in Indien fast unvermeidlich sind, machen die Zugfahrt nicht angenehmer.

 

 

nachdenklichJemand sagte mir einmal: “Indien ist nicht zum Genießen gemacht.” Seitdem habe ich oft verwirklicht was er meinte. Wenn man spirituell Fortschritt machen möchte, dann ist Indien ein Paradies. Nichts läuft wie geplant, so dass man immer daran erinnert wird, dass wir nicht die Kontrollierenden sind. Und laut einer Umfrage in Indien betrachten sich 99 % der Befragten als religiös aktiv, in Deutschland sind es verglichen damit 33 %. Spiritualität ist überall sichtbar: Aufkleber von Hindugöttern auf den Rikshaws, devotionale Kleidung und alle paar hundert Meter ein Tempel, eine Moschee oder eine Kirche.

 

 

Die lange Zugfahrt zwingt mich dazu mich mit mir selbst auseinander zu setzen. Keine Ablenkung, nichts zu tun, einfach nur lesen und meditieren. Eine echte Chance zur Ruhe zu kommen. Nicht mehr vor dem Augenblick fliehen, sondern bewusst erleben im Hier und Jetzt.

 

 

 

 

 

Sadhus am Strand

Endlich in Puri angekommen. Für die einen ist es ein Pilgerort mit Jahrtausende alter Tradition, für die anderen ein Tourismusziel. Puri lockt mit Sonne, Strand und Badewetter, selbst imPrabhupada am StrandJanuar!  

 

 

 

Ich freue mich auf gute Gemeinschaft. In den nächsten Tagen werde ich mit vielen sehr fortgeschrittenen Devotees meine Zeit verbringen, die heiligen Orte besuchen, Musik machen und viel hören. Gute Gemeinschaft ist das Beste was es gibt. Oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bombay Chowpatty - ISKCON's ekstatischster Tempel der Welt

(21. Jan. '08)

Tempelfestival...und ich freute mich schon es zu erleben. Schon am Eingang wurde ich freundlich begrüßt. Beim Kirtan sah ich die Devotees tanzen wie bei uns nur zu Festivalzeiten und ich war wirklich beeindruckt, das jeden Tag!! Radhanath Maharaja, der Ziehvater Radhanath Swamides Tempels und einer der prominentesten spirituellen Meister, gab einen Vortrag, in dem er über die Entwicklung von Farmgemeinschaften sprach. Er sagte, wenn wir in den 70ern dem gefolgt hätten was Prabhupada wollte und Farmgemeinschaften gegründet hätten, die selbstversorgend sind, dann würde heute die ganze Welt auf uns schauen. Immer mehr sind Umweltschutz, alternative Energien und vieles andere Themen von Debatten in den höchsten Kreisen, doch gibt es nie wirklich eine schlüssige Antwort oder eine Alternative. Wir haben diese Alternative, aber wir nutzen sie nicht. Dieser Vortrag hat mich daran erinnert, dass wir in Leipzig auch solche Pläne haben, doch es ist nicht so einfach das umzusetzen. 

 

 

Satsvarupa Maharaja war auch gerade in Chowpatty, also wirklich eine gute Zeit um dort zu sein. Er hat viel von seiner Zeit mit Shrila Prabhupada erzählt. Nebenbei habe ich noch ein Buch über Bhakti Tirtha Swami gelesen und eine interessante Passage daraus gefunden. 1977 ist Bhakti Tirtha Swami, damals noch Ganeshyam Das, durch den ganzen Ostblock gereist um dort illegalerweise Prabhupadas Bücher in Universitäten zu schmuggeln. Ein Ereignis war, dass er zusammen mit Krishna Kshetra Prabhu nach Leipzig gereist war und dort in der Universität Bücher verteilen wollte. Krishna Kshetra Prabhu versuchte ihm mehrmals klar zu machen, wie gefährlich das ist und dass die Polizei in Ostdeutschland besonders streng ist.

 

 

Bhakti Thirta swami

Doch Ganeshyam war unbeirrbar. Somit gingen beide direkt in das Universitätshochhaus, an den Türwachen vorbei, ohne sie zu beachten und mit dem Fahrstuhl in den 2. Stock. Dort gingen sie einfach in eine Tür hinein, es war das Büro eines Soziologieprofessors. Sie präsentierten die Bücher und der Professor sagte, dass er persönlich kein Interesse daran habe, aber dass sie es mal bei seinem Kollegen probieren sollten. Er beschrieb ihnen den Weg. Ganeshyam und Krishna Kshetra Prabhu gingen sogleich dorthin, betraten das Zimmer und präsentierten die Bücher um kurze Zeit später festzustellen, dass der Soziologieprofessor sie direkt zum Büro für Staatssicherheit geschickt hatte. Als die zwei verstanden, in welcher Situation sie sich befanden, fing Ganeshyam an all seinen Charme einzusetzen und den Beamten klar zu machen, dass er quer durch ganz Europa reiste und nicht so genau wüsste, wie die gesetzliche Lage in den einzelnen Ländern sei. Er habe einfach nicht gewusst, dass es in der DDR verboten ist diese Bücher zu vertreiben. Nach kurzer Zeit hatte er alle Beamten so sehr beeindruckt, dass sie ihm eine schöne Zeit in der DDR wünschten und ihn gehen ließen. Nicht schlecht, fand ich!

 

 

 

 

Nehmt euch eine Stunde Zeit und schaut dieses spannende Video von Avatar Studios über den Chowpatty Tempel.

 

Sind wir der 3. Welt wirklich voraus?

(21. Jan. '08)

 

Grüße aus dem ZugAuf der Zugfahrt nach Bombay hatte ich ein Abteil mit einigen Westlern zusammen. Eine davon kam aus England und war hier in verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen tätig. Ihr jetziger Job war es kranke und verletzte Straßenhunde zu versorgen. Sie erzählte was sie so erlebt hatte und dass das indische System, das heißt wie die Gesellschaft organisiert ist, so viel besser sei als in Europa. Ich war überrascht dies von ihr zu hören und sie erklärte, wie in Englang die Straßenhunde einfach eingefangen und nach 8 Stunden getötet werden. Doch in Indien werden die Hunde toleriert, auch wenn sie bellen und die Leute werfen einfach ihre Essensreste auf die Strasse und sind sicher, dass am nächsten Morgen alles von den Hunden und Kühen aufgegessen ist. Nichts wird verschwendet.

 

 

 

Indisches Stadtleben

Sie sagte weiter, dass das indische System funktioniert und vielleicht besser als das europäische, denn in Indien leben immerhin 1 Milliarde Menschen auf engem Raum und mit verschiedenen Weltanschauungen. Nun, irgendwie musste ich ihr Recht geben. Was auf den ersten Blick wie Chaos aussieht, ist, wenn man sich darauf einlässt, unheimlich einfach und verlässlich. Ich rede hier nicht von Abfahrtszeiten, die sind nicht zu vergleichen mit Deutschland, aber was ich meine, ist das persönliche Miteinander unter den Menschen. Natürlich, als Tourist muss man erstmal beweisen, dass man Teil des Systems ist, sonst wird man wie ein laufendes Portemonnaie behandelt. Aber einmal Teil davon, möchte man es nicht mehr missen.

 

Nachdem die Frau noch eine dreiviertel Stunden weiter von Hunden erzählt hatte, habe ich gehofft, dass sie im nächsten Leben nicht als Straßenhund in Indien geboren wird und habe mich daran erinnert, wie Prabhupada immer gesagt hat: “In the West everybody worships Dog not God!”

 

 

In Delhi Airport fühlte ich mich gleich wieder zu Hause

 (21. Jan. '08)

Delhi von obenDie Luft war schwer, Menschen tummelten sich um den Eingang um einige Touristen zu ergattern, die sie mit überteuerten Preisen in ein Hotel bringen könnten. Ich lief aus dem Flughafengelände hinaus bis auf die Schnellstrasse, die, anders als in Deutschland, mit Rikshaws, Mopeds, Fahrrädern und den dazugehörigen Menschen übersät war. Nach kurzer Zeit hatte ich eine Rikshaw für ein Viertel des Preises bekommen, der direkt am Flughafen verlangt wird.

Ich komme im ISKCON-Tempel in Delhi an, einem imposanten, modern, doch im alten Stil, gebauten Komplex mit einem 5-Sterne Restaurant, einer Ausstellung, die sich mit westlichem Hightech messen kann und einem beeindruckenden Tempelraum mit 3 Altären.

 

 

Delhi Krishna TempelNach einiger Zeit treffe ich zwei Freunde, mit denen ich jedes Jahr einige Zeit hier verbringe. Sie organisieren vom Tempel aus Programme und laden mich kurzer Hand zu einem Pandalprogramm ein. Dies ist ein Programm, bei dem für ein, zwei Tage eine Art Tempel aus Stoff errichtet wird und spirituelle Veranstaltungen stattfinden. Dieses war mit 300 Leuten ein eher kleines seiner Art. Ich fand es zu mühsam zu erklären, dass ich gerade eine 14 Stunden Reise hinter mir und die letzte Nacht kaum geschlafen hatte und ging einfach mit. Als erstes wurden wir bei einer Familie verköstigt, was sehr gut war, weil es schon einige Zeit her war, dass ich etwas gegessen hatte. Ich genoss die Gastfreundschaft der Familie.

 

 

PandalDann gingen wir auf die Bühne des Pandals und Rasabihari, mein Freund, fragte, ob ich einen Bhajan singen kann. Etwas verlegen schaute ich ihn an, aber er machte mir mit Gesten klar, dass ich kaum eine Wahl hatte. Als Instrument hatte er ein Keyboard anstatt eines traditionellen Harmoniums. Später verstand ich warum. Ich fing an zu singen und die Menschen klatschen und sangen freudig mit. Nach 20 Minuten war Rasabihari an der Reihe. Er machte ein paar Einstellungen an seinem Keyboard. Plötzlich war ein schneller Techno-Hintergrundbeat zu hören und er bat die Audienz aufzustehen. Danach fing er an zu dem Beat Hare Krishna zu singen und alle tanzten sehr ausgelassen und Bühne beim Pandalsangen mit. Alte Omas tanzten mit Kindern, erwachsene Männer hielten sich an den Händen und formten Kreise. Ich war wirklich beeindruckt.

Danach gab es eine kurze Ansprache auf Hindi und dann sollte ich erzählen wie ich zum Krishnabewusstsein gekommen bin. Am Ende sagte ich zu den Besuchern, dass sie stolz sein konnten in so einer Kultur groß geworden zu sein und nicht versuchen sollten den Westen zu imitieren, denn die Menschen dort sind bei weitem nicht so ausgelassen und fröhlich wie hier.

 

 

 

 

Eine Moschee als Schlafplatz in der ersten Nacht

 (21. Jan. '08)

IstanbulWie das? Nun, nachdem ich wieder einmal mit Turkish Airlines geflogen bin, obwohl ich mir schon x-mal geschworen habe nicht mehr mit ihnen zu fliegen, hatte ich 4 Stunden Aufenthalt in Istanbul, von 22 Uhr bis 2.30 Uhr. Auf der Suche nach einem ruhigen Ort, sah ich ein Schild mit einer Moschee und einem Pfeil darauf. MoscheeNun, dachte ich mir, zumindest ein spiritueller Ort.

Als ich die Moschee betrat, die mehr ein großer Raum mit einem grünen Teppich und Bildern von Mekka an der Wand war, sah ich, dass einige der Besucher die Moschee nutzten um ein Nickerchen zu nehmen. Ich dachte mir, das kann ich auch. Allerdings hatte ich Bedenken, ob ich rechtzeitig wieder aufwachen würde. Kurzerhand betete ich zu Krishna, dass er mich rechtzeitig wecken sollte, denn in Istanbul festzusitzen war wirklich nicht das, was ich wollte.

 

Beten zu allahVon Zeit zu Zeit wachte ich auf, wenn ein Flughafenpolizist den Raum betrat, nicht um uns aus der Moschee zu werfen, sondern um sich demütig gen Osten, genauer gesagt Südosten, zu verbeugen. Ich stellte mir vor, wie wohl deutsche Polizisten in solch einer devotionalen Situation aussehen würden. Da konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen.

 

 

Um 12.30 Uhr stand eine indische Familie auf und sie gingen aus der Moschee. Sie sprachen irgendwas von Delhi, wahrscheinlich unser gemeinsames Flugziel. Ich wunderte mich warum sie jetzt schon aufstanden. Um 1.11 Uhr klingelte meine Uhr laut genug um mich zu wecken und ich ging gemütlich gen Terminal. Aber als ich auf die Uhr im Flughafen sah, registrierte ich plötzlich, dass die Zeit in Istanbul eine Stunde voraus arbeitete. Jetzt verstand ich, warum die indische Familie schon so früh ging. Nun hieß es keine Zeit verlieren, mein Puls steigerte sich schlagartig. Ich rannte durch den Flughafen. Schilder flogen vorbei, Leute schauten. Doch als ich an dem Terminal ankam, sah ich, dass alle Leute noch entspannt in ihren Sitzen saßen. Glücklicherweise ist in der Türkei schon alles nicht mehr so pünktlich wie in Deutschland. Danke Krishna.

 

Urheberhinweis: Bild der Moschee mit frdl. Genehmigung von M. Reames (http://www.flickr.com/photos/mreames/231265658/).

 

 

 
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