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„Jau Jau Islanchkou“
Geschrieben von: Markandeya Dasa   
Freitag, 19. November 2010 um 16:54 Uhr

 Diesen September flogen Dvaraka Disha dasa und Markandeya dasa für 3 Wochen nach Island, um dort Srila Prabhupadas Bücher zu verteilen und den Isländern das Krishnabewusstein vorzustellen.

Immer wieder kam die Frage „Warum gerade Island?“ als wir uns für die Mission auf der 'Insel aus Feuer und Eis' vorbereiteten. Ja stimmt eigentlich, warum Island, wo es außer Moos und Pferden nicht viel zu geben scheint; wo pro Quadratkilometer 3 Menschen wohnen und die Hauptstadt gerade mal 120 000 Einwohner besitzt – also nicht viel mehr als Jena! Ja, nach Jena wären wir einfacher gekommen und hätten gleich noch im Gundica-Tempel vorbei geschaut, ob es wieder ein leckeres Festmahl gibt. Warum dann Island?

 

 

Island Landschaft

Na weil es dort auch Menschen und sonstige verkörperte Lebewesen gibt, die glauben, dass sie ihr Körper seien, bald sterben und bis dahin noch so viel wie nur möglich genießen müssen.

Denn auch wenn Island noch seinen mystischen Hauch besitzt, viele Menschen von Trollen und Elfen zu berichten wissen und die Natur noch relativ unberührt ist, so hat dennoch auch auf Island das Zeitalter des Kali die Kontrolle übernommen! Besonders spürt man den Einfluss der amerikanischen „Kultur“: gigantische Jeeps, mit Platz für 4 Familien dienen als Einkaufskutsche für die hochgestylte Mutti mit Kind, um schnell mal eine Banane und eine Coca Cola aus einem der vielen großangelegten Einkaufscenter zu besorgen. Alles wird nur noch mit Visacard bezahlt, Bargeld ist eine Seltenheit. Überall lässt man Licht brennen und Heizung an, als ob die riesigen Wasserkraftanlagen und die Erdwärmenutzung nicht auch Schäden in der Natur hinterließen. Und wie überall auf der Welt fehlt auch in Island echtes spirituelles Wissen über den Ursprung des Bewusstseins und die Wiederverbindung mit ihm... Also machten wir uns auf und tanzen gemütlich mit Dhoti und Tilak nach Downtown Reykjavík um den Heiligen Namen in jeden Winkel dringen zu lassen. Und wie jeder, der sich in Sri Krishna Chaitanyas Sankirtanmission betätigt, schon erfahren hat, können sich dabei ganz plötzlich Fenster in die Spirituelle Welt öffnen: Omis mit bunten Röcken und Kinder, welche wie die Gopis und die Gopas tanzen und singen, Ladenbesitzer, die uns Früchte bringen und Geld zustecken – als wäre es schon immer ganz natürlich. Wenn wir mit dem Harmonium in der Stadt saßen, brachten uns die Leute Tee und nahmen gegen Spende die Bücher von selbst mit.

 

sankirtan1sankirtan2Beim Verteilen von Srila Prabhupadas Büchern auf den Straßen wurde die Herzlichkeit, Einfachheit und Liebenswürdigkeit der Isländer deutlich: „Do you speek islanchkou?“ „Jau Jau, jeg tala islanchkso!“ Beinahe jeder den man anspricht bleibt stehen und hört sich an was man vorstellt – auf Deutschlands Straßen undenkbar. Nicht selten wurde man zum Tee im Café eingeladen und manchmal sogar mit nach Hause gebeten um mehr über Hare Krishna zu erfahren. Da alle, auch die älteste Omi, super Englisch sprechen, gab es keine Probleme den Menschen von der Größe der Bücher zu berichten, von dem Unsinn der Konsumgesellschaft und dem Ziel statt dessen innere Zufriedenheit zu erfahren, durch Bhakti-Yoga: „Yoga? Oh we did this in school, I´ll take it“.

Nach den ersten zwei Wochen und exakt Tausend Büchern wusste schon jeder zweite von den Mönchen – den Munkors - und den abgefahrenen Büchern – Srila Prabhupadas „Easy journey to other planets“, in dem er in wissenschaftlicher Termini den Unterschied zwischen Materie und Antimaterie erklärt und schließlich beschreibt, wie das antimaterielle Bewusstsein ohne Raketen, mit Meditation aus der Materie reisen kann... nicht schlecht zum Einstieg.

 

Ein Schüler hatte schon so viel über uns von seinen Mitschülern gehört und gehofft uns auch mal zu treffen, um dieses Buch zu erwerben. Eine Studentin berichtete, sie wäre am Abend zuvor auf einer Party gewesen, wo drei Leute mit dem Buch da waren und schließlich alle darüber diskutierten; sie musste es natürlich auch haben;-) Fast jeder schien ein Buch zu haben, bis auf die vielen Touristen aus aller Welt. Also waren wir zur Abreise bereit; die anderen Mitmieter im Haus – alle in polnischem Körper und daher mit Krishna von Daheim vertraut – wurden mit einem leckeren Prasadammahl und viel Bhajan – den sie ja schon zwei Wochen lang durch die Wände gehört hatten – verabschiedet. Auch die Vermieterin Gudrun, welche sich mütterlich um uns kümmerte, wurde mit einer Maha-Blumengirlande verabschiedet.

Als wir jedoch freudig, mit gepackten Sachen auf dem Flughafen in Kevlavik zum Einchecken bereit stehen, sagt uns die Dame am Schalter ganz überrascht „Oh your plane is off“ „Hä, wie off?“ „Yes, it´s off, you are too late“

 

Das brauchte erstmal einige Stunden fassungsloses umherirren auf dem Flughafen, bis wir erkannten: Wir habens einfach verpeilt, das nächste Flugzeug geht erst in 4 Tagen und jetzt müssen wir unsere Lehren ziehen und das beste aus einem schlechten Geschäft machen: Auf nach Reykjavík zum Bücherverteielen! Alles lief wie von allein; Hartmann unser neuer Freund – der typisch isländisch immer grad zum Lächeln ansetzt, dann aber doch keine Miene verzieht – fuhr uns wieder neue Pakete von Büchern an und brachte die Mridanga.

Gudrun vermachte uns gleich wieder das Zimmer und so konnten wir wie gewohnt jeden Tag in die Fußgängerzonen zum Singen, Tanzen und vor allem zum Verteilen von transzendentalen Büchern. Und wie durch ein Wunder ließ uns Krishna in den 3 Tagen nochmal an 200 weitere Menschen ein Buch von Srila Prabhupada mitgeben. Außerdem hatten wir das große Glück den Schüler Srila Prabhupadas, Jadubar Prabhu – besonders für seine Filme über Prabhupada bekannt – bei seinem kurzen Zwischenstopp in Island auf einem kleinen Fest mit viel Prasadam und Bhajan mit Sitar und Balalaika zu treffen.

 

Dvarakadisha Dasa beim Spaziergang in IslandInsgesamt war es ein wunderschöner Trip, mit vielen neuen Eindrücken, vielen Gelegenheiten, um zu Lernen und sich Krishna hinzugeben. Nicht nur, weil die Isländer so herzlich waren oder die Landschaft so schön ist, sondern weil wir Dienst für Sri Krishna verrichten konnten, ihn immer wieder hinter seinen Arrangierungen entdecken durften und spirituelle Entwicklungsarbeit für Hunderte von leidenden Seelen leisten durften. Dies ist wahre Erfüllung für das Herz und ein echter Urlaub aus dem Reich der materiellen Bedingung. Denn nirgends ist es schöner als im Dienst zu Sri Krishna Chaitanyas Sankirtanmission.

 

 

 

 

 

 


 
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