| „Jau Jau Islanchkou“ |
| Geschrieben von: Markandeya Dasa | |||
| Freitag, 19. November 2010 um 16:54 Uhr | |||
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 Immer wieder kam die Frage „Warum gerade Island?“ als wir uns für die Mission auf der 'Insel aus Feuer und Eis' vorbereiteten. Ja stimmt eigentlich, warum Island, wo es außer Moos und Pferden nicht viel zu geben scheint; wo pro Quadratkilometer 3 Menschen wohnen und die Hauptstadt gerade mal 120 000 Einwohner besitzt – also nicht viel mehr als Jena! Ja, nach Jena wären wir einfacher gekommen und hätten gleich noch im Gundica-Tempel vorbei geschaut, ob es wieder ein leckeres Festmahl gibt. Warum dann Island?   Na weil es dort auch Menschen und sonstige verkörperte Lebewesen gibt, die glauben, dass sie ihr Körper seien, bald sterben und bis dahin noch so viel wie nur möglich genießen müssen. Denn auch wenn Island noch seinen mystischen Hauch besitzt, viele Menschen von Trollen und Elfen zu berichten wissen und die Natur noch relativ unberührt ist, so hat dennoch auch auf Island das Zeitalter des Kali die Kontrolle übernommen! Besonders spürt man den Einfluss der amerikanischen „Kultur“: gigantische Jeeps, mit Platz für 4 Familien dienen als Einkaufskutsche für die hochgestylte Mutti mit Kind, um schnell mal eine Banane und eine Coca Cola aus einem der vielen großangelegten Einkaufscenter zu besorgen. Alles wird nur noch mit Visacard bezahlt, Bargeld ist eine Seltenheit. Überall lässt man Licht brennen und Heizung an, als ob die riesigen Wasserkraftanlagen und die Erdwärmenutzung nicht auch Schäden in der Natur hinterließen. Und wie überall auf der Welt fehlt auch in Island echtes spirituelles Wissen über den Ursprung des Bewusstseins und die Wiederverbindung mit ihm... Also machten wir uns auf und tanzen gemütlich mit Dhoti und Tilak nach Downtown ReykjavÃk um den Heiligen Namen in jeden Winkel dringen zu lassen. Und wie jeder, der sich in Sri Krishna Chaitanyas Sankirtanmission betätigt, schon erfahren hat, können sich dabei ganz plötzlich Fenster in die Spirituelle Welt öffnen: Omis mit bunten Röcken und Kinder, welche wie die Gopis und die Gopas tanzen und singen, Ladenbesitzer, die uns Früchte bringen und Geld zustecken – als wäre es schon immer ganz natürlich. Wenn wir mit dem Harmonium in der Stadt saßen, brachten uns die Leute Tee und nahmen gegen Spende die Bücher von selbst mit. Â
Nach den ersten zwei Wochen und exakt Tausend Büchern wusste schon jeder zweite von den Mönchen – den Munkors - und den abgefahrenen Büchern – Srila Prabhupadas „Easy journey to other planets“, in dem er in wissenschaftlicher Termini den Unterschied zwischen Materie und Antimaterie erklärt und schließlich beschreibt, wie das antimaterielle Bewusstsein ohne Raketen, mit Meditation aus der Materie reisen kann... nicht schlecht zum Einstieg.  Ein Schüler hatte schon so viel über uns von seinen Mitschülern gehört und gehofft uns auch mal zu treffen, um dieses Buch zu erwerben. Eine Studentin berichtete, sie wäre am Abend zuvor auf einer Party gewesen, wo drei Leute mit dem Buch da waren und schließlich alle darüber diskutierten; sie musste es natürlich auch haben;-) Fast jeder schien ein Buch zu haben, bis auf die vielen Touristen aus aller Welt. Also waren wir zur Abreise bereit; die anderen Mitmieter im Haus – alle in polnischem Körper und daher mit Krishna von Daheim vertraut – wurden mit einem leckeren Prasadammahl und viel Bhajan – den sie ja schon zwei Wochen lang durch die Wände gehört hatten – verabschiedet. Auch die Vermieterin Gudrun, welche sich mütterlich um uns kümmerte, wurde mit einer Maha-Blumengirlande verabschiedet. Als wir jedoch freudig, mit gepackten Sachen auf dem Flughafen in Kevlavik zum Einchecken bereit stehen, sagt uns die Dame am Schalter ganz überrascht „Oh your plane is off“ „Hä, wie off?“ „Yes, it´s off, you are too late“ Â
Gudrun vermachte uns gleich wieder das Zimmer und so konnten wir wie gewohnt jeden Tag in die Fußgängerzonen zum Singen, Tanzen und vor allem zum Verteilen von transzendentalen Büchern. Und wie durch ein Wunder ließ uns Krishna in den 3 Tagen nochmal an 200 weitere Menschen ein Buch von Srila Prabhupada mitgeben. Außerdem hatten wir das große Glück den Schüler Srila Prabhupadas, Jadubar Prabhu – besonders für seine Filme über Prabhupada bekannt – bei seinem kurzen Zwischenstopp in Island auf einem kleinen Fest mit viel Prasadam und Bhajan mit Sitar und Balalaika zu treffen. Â
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