Der asiatische Islam hat ein völlig anderes Gesicht hat als der arabische. Obwohl 85-90% der Bevölkerung muslimisch sind und daher überall alle paar Stunden dröhnend der Koran von den Muezzins schallt, waren die Menschen offen und freundlich und begrüßten uns auch hin und wieder fröhlich mit „Hare Krishna“. Und das obwohl wir erkennbar als „Hindus“ unterwegs waren... 
Sri Chaitanya und viele seiner Gefährten sind zumindest in gebildeten Kreisen als berühmte und beachtenswerte Persönlichkeiten der eigenen Landesgeschichte anerkannt, weshalb eine natürliche Sympathie für unsere Bewegung existiert. Das ist eine gute Voraussetzung, wenn man an die zu noch zu entdeckenden Reichtümer denkt, die das Land für uns bereit hält! Das Land ist reich an berauschenden Natureindrücken: exotischer Dschungel, majestätische Berge, gigantische Flüsse und wunderschöne Sonnenauf- und Untergänge. Vor allem ist das Land ungewohnt sauber (für die, die Indien kennen), da Plastiktüten hier verboten sind! Auf unseren Reisen sind wir durch idyllische Dörfer gekommen, wo die Menschen völlig im Einklang von, mit und für die Natur leben. Bangladesh ist laut Statistik mit Dänemark erstaunlicherweise das Land mit den glücklichsten Menschen.

Besonders beeindruckend war für uns die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit der Menschen. Sie waren bereit uns alles zu geben, auf die Gefahr hin selbst nichts mehr zu haben. Kadamba Kanana Swami sagte, sie haben den Geschmack des Dienens wirklich gekostet und machen es nicht einfach aus Höflichkeit, Gewohnheit oder sogar Pflicht. Wir wurden beinahe königlich empfangen, mit Mahlzeiten bewirtet, die aus bis zu 30 leckersten Gerichten bestanden. Überall wo wir hin kamen, fand sofort ein riesiges Festival statt. Hunderte, manchmal bis zu ein- oder zweitausend Devotees versammelten sich, um zu Maharajas energiegeladenen Bhajans (wirklich) stundenlang ekstatisch zu tanzen, zu singen und seinen Vorlesungen auf Bengali zu lauschen. Kadamba Kanana Swami war fast jeden Abend der Mittelpunkt dieser gigantischen Festivals. Hin und wieder wurden wir ebenfalls gebeten, etwas über unsere Erfahrungen aus dem Westen vor mehreren Hundertschaften erwartungsvoller Bangladeshis zu sprechen. Die Begeisterung und Wertschätzung war ihnen ins Gesicht geschrieben und bei den anschließenden Handy-Fotoshootings posierten sie stolz neben ihren westlichen Krishna-Brüdern. Kadamba Kanana Swami schien trotz der intensiven Festivals am nächsten Tag voller Energie. Wir besuchten verschiedene heilige Plätze wo er uns mit berührenden Erzählungen über die verbundenen Begebenheiten und Persönlichkeiten dieser Orte erfreute.
Damit kommen wir zu dem eigentlich Schatz Bangladeshs: Die Heiligen Orte! Dort finden wir so wichtige Pilgerorte wie die Geburtsorte von Saci Mata und Jagannatha Mishra - den Eltern Sri Chaitanyas -, von Advaita Acarya, Srivasa Thakur, Narottama Das Thakur und damit den Ort, wo das erste Gaura-Purnima nach Chaitanyas Fortgehen gefeiert wurde, die Geburtsorte Rupa und Sanatanas, der Personen, denen wir Schriften wie den „Nektar der Hingabe“ verdanken, und viele andere! Für alle Geweihten von Sri Chaitanya wird Bangladesh damit zu einem Muss! Dafür nimmt man vereinzelte Riesenspinnen, stundenlange Fahrten über Straßen, die mehr Loch als Straße sind und die tropische Hitze gern in Kauf... ;-)
von Markandeya dasa
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