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Wie bin ich hierhergekommen?
Mittwoch, 05. Mai 2010 um 13:51 Uhr

 

Ramananda GopalaAufgewachsen bin ich im Umland des sozialistischen Karl-Marx-Stadt, dem heutigem Chemnitz. Meine Familie war teilweise kommunistisch und der andere Teil gut bürgerlich. Gott hatte da keinen Platz. Und trotzdem faszinierte mich schon als Kind der Begriff Gott und so löcherte ich mit Fragen, wie es meine Art war meine Umwelt über dieses Thema. Die Eltern konnten mir nicht wirklich Antworten geben.

In der Nachbarschaft fand ich jedoch Freunde die von ihren Eltern freikirchlich-evangelisch erzogen wurden. Diese nahmen mich mit zur "Kinderstunde", wo ich zum ersten Mal ein Konzept von Gott, anhand der "Lebensgeschichte" von Jesus Christus vermittelt bekam. Diese Gemeinschaft gefiel mir sehr gut und auch die Person Jesus Christus faszinierte mich, obwohl ich selbst alles andere als "heilig" war... .

Als ich dann in das Alter der Pubertät überwechselte, machten sich natürlich die damit verbundenen Fragen in meinem Kopf breit, nach dem woher kommen wir und was ist der Sinn davon und warum hat Gott die Welt ungerecht eingeteilt. Niemand konnte mir darauf Antworten geben, die ich akzeptieren wollte. So machte ich mich auf meine eigene Revolutionsreise durch meine Jugend, getrieben von AC/DC und Motörhead, Motorrad und Alkohol. Eine ziemlich riskante Mischung, jedoch lies mich Gott nicht los und so hielt ich auch weiterhin meine Augen offen nach Antworten auf meine Fragen.

Mein Fachhochschulstudium, zum Textiltechniker führte mich nach Forst, einem Ort hinter Cottbus, an der polnischen Grenze. In diesem Niemandsland geschah' es dann, dass ich in der "Fußgängerzone" einen jungen Mann traf, der mir ein Buch verkaufen wollte, indem es um Gott ging. Ich argumentierte mit ihm, dass jeder selbst seinen Weg zu Gott finden müsse und dass ich dazu keine Sekten brauchte und war auch sonst nicht nett zu ihm. Jedoch wollte der Typ mich nicht ohne Buch gehen lassen und schenkte mir ein dünnes Exemplar mit dem Titel "Jenseits von Raum und Zeit". Einer meiner Freunde warnte mich noch, dass ich das Buch nicht lesen solle, da mir da das Gehirn gewaschen wird, was mich aber erst recht neugierig machte.

Mit öffnen dieses Buches, betrat ich eine ganz neue Welt der Betrachtung auf das Leben.

Materielle Welt und spirituelle Welt und das Gesetz von Karma und Reinkarnation machte total viel Sinn für mich. Von diesem Zeitpunkt an gebrauchte ich auch öfters den darin vorgestellten Mantra; Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare/ Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare und dieser Gott bekam endlich einen Namen - Krishna. Zudem entdeckte ich Punkrockbands wie Shelter, die genau diese Themen in ihren Texten verarbeiteten. Auf mysteriöse Weise kamen auch immer neue Bücher von A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada in meine Hände, die Leute, genau wie ich auf der Straße bekommen hatten. In mein Leben zog ein neues Bewusstsein ein und ich wurde mit 19 Jahren Vegetarier. Mir war klar, dass ich mein Leben ändern müsse, wenn ich die Welt und die Umstände darin ändern wollte, aber nach all den Gedanken an Revolution war da auch noch ein anderer Wunsch - der Wunsch nach dem was die Welt Liebe nennt. So betete ich zu Krishna, dass Er mir die Erlaubnis erteile, mich zu verlieben. Dies geschah' dann auch. Und das nicht nur einmal, sondern öfters. Um die heile Welt intakt zu halten, braucht man natürlich allerhand Betäuber, Schlafmittel für die Seele und die sind teuer. Das bedeutet Mensch benötigt eine Menge Geld und deswegen geht man arbeiten. Mensch passt so auch besser in das Bild der grauen Masse. Ich sieg ein, ins Karussell der großen Träume vom Glück auf Erden und die Revolution wurde am Bartresen ausgetragen. 10 Jahre schaffte ich es nicht, mich aus dieser Rotation zu befreien, obwohl ich dabei immer wieder auf die gleichen Leiden stieß und mein Herz immer wieder an derselben Stelle brach. In der Nacht vom 23. zum 24. Dezember 2002 betete ich wieder zu Krishna. Diesmal bat ich Ihm darum, mich aus dieser meiner Scheinwelt, welche gerade wieder einmal zusammengefallen war, zu befreien. Ich wollte jetzt Sein Devoter werden. Ich klopfte an und mir wurde aufgetan. Wieder auf mysteriöse Weise lernte ich Devotees kennen, solche die wirklich wie Mönche in einem Tempel in Berlin lebten. Mit denen hatte ich nun öfter Kontakt. Ich machte mich auch auf, zu einer Reise nach Indien, nach Vrindavana, dem Ort an dem Krishna Seine Kindheit verbracht hatte, als Er hier auf der Erde vor 5000 Jahren direkt gegenwärtig war.

Nach dieser Reise war mir dann klar, wohin ich gehörte - zu Krishna und Seinen Devotees.

Und so zog ich 2003 in den Iskcon Hare Krishna Tempel in Wien ein und fühlte mich wie ein Fisch im Wasser. Diesen Schritt habe ich bis heute nicht bereut und mein Leben hat sich so sehr verändert, dass es fasst schon unglaublich ist.

Krishna-Bewusstsein ist ein Prozess, viel mehr als nur eine Religion - es ist ein Leben, ewiges Leben, zusammen mit Gott und Seinen Dienern.

 

 
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