| Alle Wege führen nach Rom? |
| Samstag, 19. September 2009 um 10:20 Uhr | |
Ein Phänomen das man in unserer Gesellschaft beobachten kann, ist die Gleichmachung von spirituellen Konzepten. Gleichmachung im negativen wie im positiven Sinn. Entweder bewertet man alle spirituellen Konzepte schlecht und sieht in ihnen die Ursache für Kriege und Ungerechtigkeit, oder man betrachtet sie gar als pathetischen Versuch vieler, „schwacher“ Menschen der Realität zu entfliehen. Im positiven Sinne macht man sie unterschiedslos hinsichtlich ihrer Auffassungen und Ziele und gibt jeder Religion und Art von Spiritualität den gleichen Status. Kann man aber jedem spirituellem Konzept tatsächlich den gleichen Status zuteilen? Spiritualität bedeutet sich mit Gott und seiner Beziehung zu Gott auseinanderzusetzen und sein Leben auf diese Beziehung auszurichten. Ich habe vor allem während meiner Zeit im Tempel und somit der Öffentlichkeitsarbeit einige Menschen verschiedener Gruppierungen und auch Religionen getroffen, die der Ansicht waren, dass das was wir im Krishnabewusstsein machen im Grunde nichts anderes sei, als das was sie auch tun. Wir verehren Gott und wollen unsere Beziehung zu Ihm wieder beleben und sie wollen das auch. Oberflächlich betrachtet stimmt das auch. Ist aber nun das Verständnis von dem was Gott ist und von dem was Verehrung Gottes bedeutet, sowie die Auffassung bezüglich der Beziehung mit Gott zwangsläufig das selbe?
Begriffsklärung oder "Die Bezeichnung" der Realität Ich denke es ist wichtig einmal zu klären was wir im Krishnabewusstsein unter dem Begriff Gott verstehen und was für eine Bedeutung seine Verehrung hat. Das Wort Gott bedeutet sinngemäß der Allgute oder das höchste Wesen. Im generellen Verständnis unserer Zeit hat dieses Wort seine spezifische Bedeutung aber bereits verloren. Ein Großteil der Menschen beansprucht für sich, sich seine eigene Vorstellung von dem machen zu können was Gott ist. So wird der Begriff Gott eine Bezeichnung für eine Vielfalt von Ideen bezüglich spiritueller Realität. Daraus entstehen viele verschiedene Arten der Verehrung und Bezugnahme zu Gott. Gott hat jedoch bereits seine eigene Realität die sich nicht ändert, nur weil man dem Wort eine andere Definition gibt. So wie man auch selbst ein bestimmtes Wesen hat das sich nicht ändert, nur weil man es anders bezeichnet. So geht es nicht um das Wort sondern um das, was man damit meint. Sprache ist sicherlich willkürlich und wandelt sich im Laufe der Zeit aber nicht die Realität.
Eine weitere Funktion der Sprache, die sich aus der Beschreibungsfunktion ergibt, ist die Funktion der Bewusstwerdung bzw. der Einsicht bezüglich Realität. Sprache hilft uns Dinge in unser Bewusstsein zu bringen und sie im Geist umfassend zu erkennen. Dadurch, dass wir über eine Sache reden, denken wir auch über diese Sache nach und verarbeiten so die Informationen des Gesprochenen bezüglich dieser Sache. Als Resultat verbleibt diese Sache in unserem Bewusstsein. Wenn ich nun z.B. von Gott als Person spreche, als Quelle allen Seins, dem Ursprung der Welt, der unabhängig von ihr existiert und auch anderer Art ist als die Welt, spreche ich mit dem Wort Gott diese Realität an. In meinem Bewusstsein denke ich an den Schöpfer alles materiellen wie auch geistigen, der eine immaterielle Natur hat. Ein anderer mag wenn er von Gott spricht von der Natur sprechen, die uns mit Nahrung und Rohstoffen versorgt und in seinem Bewusstsein die lebenserhaltende Realität der materiellen Natur ansprechen. Hier benutzen nun zwei Personen das gleiche Wort, beziehen sich aber auf unterschiedliche Aspekte von Realität. Hat nun ihr Pfad des Handelns und der Verehrung das gleiche Resultat? Bringt ihr Pfad sie an das selbe Ziel? Wird jemand der die materielle Natur als Gott verehrt als Effekt eine Beziehung mit einem tranzendentalen Gott haben, der immateriell ist?
Das Konzept: "Gott"
aham sarvasya prabhavo mattha sarvam pravartate »Ich bin der Ursprung aller spirituellen und materiellen Welten. Alles geht von mir aus.« B.G. 10.8 Auch in der Brahma samhita (5.1) wird dies bestätigt:
isvara parama krsnah sat-cid-ananda-vigrahah anadir adir govindah sarva carana caranam
anyad evahuh sambhavad anyad ahur asambhavat iti susruma dhiranam ye nas tad vicacaksire
Bekommen, was man bezahlt Srila Prabhupada kommentiert zu diesem Vers: „In den authentischen Schriften heißt es nirgends, dass man letztlich auf jeden Fall das gleiche Ziel erreichen wird, ganz gleich was man tut oder wen man verehrt. Solch törichte Theorien werden von „selbstgemachten Meistern“ angeboten, die keine Verbindung zur parampara oder echten Schülernachfolge haben.“ “Es ist leicht zu verstehen, dass jemand bei einer Bahnfahrt sein Ziel nur erreichen kann, wenn er die entsprechende Fahrkarte gelöst hat. Wer eine Fahrkarte nach Kalkutta gekauft hat, kann nach Kalkutta fahren, aber nicht nach Bombay. Zeitgenössische sogenannte Meister behaupten mit jeder beliebigen Fahrkarte komme man ans höchste Ziel. Solch weltliche und kompromissvolle Angebote klingen für viele törichte Menschen sehr verlockend, die sich auf ihre selbstgemachten Methoden spiritueller Erkenntnis etwas einbilden können. Die Unterweisungen der Vedas unterstützen solche Vorstellungen jedoch nicht.“
Welchen Sinn hätte denn die Vielfalt und der freie Wille sich für verschiedene Dinge entscheiden zu können, wenn man doch immer die Einfalt aufgezwungen kriegt?
Wenn er sich dann aber plötzlich unter den Halbgöttern wieder findet, muss er sich doch fragen was das soll. Auch wenn jemand nur ein Ticket für eine Zwischenstation hat aber trotzdem bis zur Endstation fahren kann, wäre dies ein Betrug an dem der den vollen Preis bezahlt hat. Für den der weniger bezahlt hat ist das sicherlich angenehm aber es ist nicht gerecht und deswegen wird der Schaffner ihn auch nicht fahren lassen. Genauso wollen die Menschen Gott „gut & billig“ und sind deshalb, wie erwähnt, auch gerne bereit solch billige Varianten anzunehmen. Aber diese sind letztlich Selbstbetrug und werden nicht zum gewünschten Ziel führen. Speziell in Indien findet man viele Gottheiten, die in den Veden als Halbgötter bezeichnet werden. Einige der bekanntesten sind Shiva und Brahma. Sie werden als Halbgötter bezeichnet, weil sie außerordentlich (von Krishna) ermächtigt sind, die universellen Angelegenheiten von Schöpfung und Vernichtung zu handhaben. Sie sind Götter aber nicht die Höchsten. Die Verehrung dieser bringt also auch ein anderes Ergebnis als die Verehrung Krishnas. Krishna sagt in der Bhagavad Gita (9.25) yanti deva-vrata devan pitrn yanti pitr-vratah bhutani yanti bhutejya yanti mad-yajino 'pi mam
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