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Die richtige Bezeichnung für jemanden der der Krischna-Religion folgt ist »Vaishnava«. Vaishnava (gesprochen: Weich-schnah-wa) bedeutet Diener Vishnus (Wisch-Nuh). Vishnu ist der eine höchste Herr (Gott) in Indien. Man mag sich fragen wie das sein kann, da es in Indien doch viele Götter gibt?
Aber der »Eine« Höchste muß die anderen (Exekutiven) ja nicht ausschließen. Dazu mehr im Artikel über Hinduismus und Sanatana-Dharma. Vishnuismus oder Vaishnavatum ist in Deutschland zwar schon relativ lange bekannt, jedoch nicht im Volk. Hauptsächlich Gelehrte und Künstler, wie Goethe, Schiller oder Humboldt haben sich mit dieser Religion des Hinduismus intensiv auseinandergesetzt und sich vom schier unbegrenzten Reichtum, der alten Schriften (Veden) der Inder - wie z.B. von der Bhagavad-Gita - inspirieren lassen. Stichwort: "Hinduismus" - eigentlich keine Religion
Wenn man diese kennt und dann z.B. Goethes Faust liest, ist es unschwer zu erkennen, daß er vom vedischen Wissen beeinflusst wurde. Diese vedischen Schriften sind die Grundlage aller hinduistischen Religionen. Hinduismus ist an sich gar keine Religion, sondern ein geographischer Begriff, wie z.B. Semitismus. Er ist eher ein Sammelbegriff für ein Gebiet, aus dem bestimmte Religionen stammen. Es ist also nicht ganz richtig, einen Vaishnava als Hindu zu bezeichnen. Man würde ja schließlich einen Moslem auch nicht als Semiten bezeichnen! Andererseits ist es nicht falsch einen Geweihten Krishnas als einen »Krishna« zu bezeichnen, denn diese Art der Titulierung hat eine sehr lange Tradition und selbst die unwissenden Menschen in der westlichen Welt tun es instinktiv richtig. Z.B. wurde Srimati Draupadi wegen ihrer einzigartigen Hingabe zu Sri Krishna, Krishni (die weibliche Form dieses Namens) genannt. Und auch Arjuna (Der Held, der Bhagavad-Gita) wurde, aufgrund seiner exklusiven Hingabe zum höchsten Herrn, dieser Name gegeben. Das Wort »Hindu« jedoch ist weder in der Bhagavad-Gita anzutreffen, noch sonst irgendwo in der Vedischen Literatur. Es wurde von den Moslems geprägt, die in Nachbarländern Indiens wie Afghanistan, Belutschistan und Persien lebten. Die Nordwestgrenze Indiens wird von einem Fluss gebildet, dem Sindhu. Weil die dort ansässigen Moslems das Wort »Sindhu« nicht richtig aussprechen konnten, nannten sie stattdessen den Fluss »Hindu«. Die Bewohner des jenseitigen Landes waren für sie folglich Hindus. Vedische Schriften, zeitlose Dokumente
Das Vaishnavatum ist unterteilt in vier autorisierte Sampradayas (Schülernachfolgen) - man könnte auch sagen Konfessionen. Die Religion der Vaishnavas heißt Sanatana-Dharma. Zu Deutsch die »ewige Religion« wie sie durch die vedischen Schriften offenbart wird. Das vedische Wissen wird als ewiges Wissen betrachtet, das immer wieder von Rishis (weise Seher) verkündet wurde und mündlich von Meister zu Schüler (Schülernachfolge) weitergegeben wurde. Dem Srimad Bhagavatam (die reife Frucht am Baum der vedischen Schriften) zufolge, wurde das vedische Wissen von einem großen Rishi namens Vyasadeva vor ca. 5000 Jahren mit Hilfe eines himmlischen Sekretärs in Schriftform gebracht. Dies war nötig um das wertvolle Wissen zu konservieren, da mit dem Einzug des heutigen Zeitalters (des Kali-Yugas) die Qualitäten der Menschen extrem abnehmen würden. In früheren Zeitaltern war es kein Problem sich etwas zu merken, nachdem man es nur einmal gehört hatte. Heute muß man sich alles aufschreiben damit man nichts vergisst. Die Menschen wurden auch viel älter. Nämlich statt 100 Jahre, 1000 Jahre alt. Auch die Bibel spricht davon, daß z.B. Noah 950 Jahre alt wurde. Der Grund dafür, daß so viele Religionen aus den Veden hervorgegangen sind ist nicht bloß in einer evolutionären Entwicklung der Menschen und ihrer Traditionen zusuchen, sondern vielmehr in der Tatsache, daß die Veden selbst verschiedene Wege der Religion vorschlagen, um die vielen verschiedenen Menschen an ihrem jeweiligen spirituellen Entwicklungsstand abzuholen um so jedem Erhebung zu ermöglichen. Die Veden sind also nicht, ein in sich homogenes Schriftwerk mit einer dogmatischen Heilslehre, sondern eine gewaltige Sammlung von Schriften, die Wissen aus den verschiedensten Fachbereichen behandelt. Reinkarnation stoppen...
Die Veden können als Gebrauchsanweisung für das materielle (verkörperte) Dasein angesehen werden, die für diesen Zweck alle nötigen Wissensgebiete, wie Mathematik, Astronomie, Philosophie, Medizin, Jura, bis hin zur Kriegs- und Baukunst zur Verfügung stellt um dem Menschen Führung zu geben, damit er ein glückerfülltes und menschenwürdiges Leben führen kann und seine Wünsche in Erfüllung gebracht werden. Das eigentliche Ziel aber, das durch die Einhaltung vedischer Prinzipien angestrebt wird, ist die Erlösung aus dem leiderfüllten Zustand der Unwissenheit über den Sinn des Daseins, unserer Herkunft und unserer wahren Identität. Kurz gesagt, Befreiung vom Kreislauf von Geburt, Krankheit, Alter und Tod (Samsara).
So sagt Sri Krishna (Schri Krischna), der ursprüngliche Vishnu in der Bhagavad-Gita:
sarvasya chaham hridy sannivishto mattah smritir jñanam apohanam ca vedais ca sarvair aham eva vedyo vedanta krit veda-vid eva caham
»Ich (Gott) weile im Herzen eines jeden und von Mir kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen. Das Ziel aller Veden ist es, Mich zu erkennen. Wahrlich, Ich bin der Verfasser des Vedanta (Schlussfolgerung der Veden) und Ich bin der Kenner der Veden.« (Bhagavad-Gita 15.15)
Die Bhagavad-Gita ist die Grundlage allen spirituellen Wissens und zugleich dessen Essenz. Sie wurde vor 5000 Jahren von Bhagavan Sri Krishna zum Wohl aller Menschen offenbart. Sie wird von allen hinduistischen Schulen als wichtigste vedische Schrift anerkannt und verehrt. Die Lehren der Bhagavad-Gita zielen alle auf das letztendliche Ziel aller Religion hin. Nämlich die ewige (Sanatana) wesensgemäße Stellung der Seele (Dharma) als Teil Gottes wieder einzunehmen, in der die ewige Glückseeligkeit liegt, nach der wir hier auf der materiellen (vergänglichen) Ebene seit unvordenklichen Zeiten verbittert suchen.
Vor rund 520 Jahren erschien eine Inkarnation Krishnas, um am eigenen Beispiel aufzuzeigen, wie die Lehren der Bhagavad-Gita gelebt werden. Sein Name: Sri Krishna Chaitanya, der auch oft Gaurahari (der goldene Gott) genannt wird. Er reformierte das Vaishnavatum und machte dem gesamten Volk zugänglich, was vorher nur den korrumpierten Priesterklassen vorbehalten war.
yada yada hi dharmasya glanir bhavati bharata abhyutthanam adharmasya tadatmanam srijamy aham
»Wann und wo auch immer das religiöse Leben verfällt, o Nachkomme Bharatas, und Irreligiösität überhand nimmt, zu der Zeit erscheine Ich.«
(Bhagavad-Gita 4.7.)
Er offenbarte den Weg der Religion für das gegenwärtige Zeitalter (Kali-yuga), dem Zeitalter des Zanks und der Heuchelei. Er zeigte auf, daß die Lobpreisung der Namen Gottes, für unsere Zeit die autorisierte Methode für Gottes- und Selbstverwirklichung ist. Er predigte, dass allein durch die Rezitation des Mahamantra, die im Herzen eines jeden Lebewesens schlummernde Liebe zu Gott, erweckt werden kann.
Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare iti sodasakam namnam kali-kalmasa-nasanam natah parataropayah sarva-vedesu drsyate
»Nachdem man die gesamte vedische Literatur durchsucht hat, kann man keine erhabenere Methode der Religion (Yoga) für dieses Zeitalter finden als das chanten von Hare Krishna«
(Kali-santarana Upanisad)
Das Singen der heiligen Namen

Deshalb sieht man die »Hare Krischnas« auch immer auf der Straße diesen Mantra singen. Der Vorgang der Religion für dieses Zeitalter (Yuga-Dharma) wird sogar von den altjüdischen Schriften offenbart. Dieses Zeitalter zeichnet sich dadurch aus, dass die Menschen im Allgemeinen versuchen Gott zu übertreffen, Ihn zu kopieren oder Ihn gar zu stürzen oder als tot zu erklären. Gleiches geschah im alttestamentarischen Teil, als der Turmbau zu Babel stattfand. Es wurde ein großer Turm gebaut, der bis in den Himmel ragen sollte, um Gott zu erreichen. Man wollte durch technisches »know how« sich auf die gleiche Stufe erheben wie Gott. Dort heißt es:
[...]damals begann man, des Herrn Namen anzurufen. (Gen 4.26) Die Bibel ist voll von Verherrlichungen der Gottesnamen. Hier nur einige wenige Zitate:
Herr, unser Herr! Wie glorreich ist Dein Name auf der ganzen Erde. Wie herrlich ist Dein Ruhm am Himmel. (PS 8.2)
Sind jene noch so stolz auf Wagen und auf Pferde(stärken*), wir sind es auf den Namen unseres Herrn und Gottes. (PS 20.8)
Mit Pauken stimmt zu meines Gottes Ehren an! Mit Zimbelklängen singet meinem Herrn! Ein neues Lied lasst Ihm ertönen! Erhebt und rühmet Seinen Namen. (Judith 16.1)
Geheiligt werde Dein Name. (Hes. 36.22à Mt 6.9b)
Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über allen der selbe Herr, reich für alle, die Ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden. (Joel 3.5à Röm 10.13) Und auch Mohammed lehrte: Selbst Buddha erklärte:
Preise den Namen des Herrn. (Sura Al-A’la 87.1-2)
Alle die aufrichtig meinen Namen anrufen, werden nach dem Tode zu mir gelangen und ich werde sie ins Paradies holen. (Gelübde des Amida Buddha 18) Quellen 1. Disciples of Bhaktivedanta Swami Prabhupada: Srimad Bhagavatam, Tenth Canto, Ch. 58 Verse 5 Purport The Bhaktivedanta Book Trust 1988
2. Bhaktivedanta Swami Prabhupada: »Krishna-Bewusstsein: Hindu-Kult oder göttliche Kultur?« in Die Schönheit des Selbst, Stockholm, The Bhaktivedanta Book Trust 1998 S.132-133
* Einfügung des Autors
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